In Deutschland ist die private Krankenversicherung ein privatisierter Industriezweig. Dieser hat selbstverständlich Ambitionen zur Gewinnoptimierung im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen. Grundsätzlich gibt es bei der privaten Krankenversicherung 3 verschiedene Arten der Versicherung.

Die Kategorien der Krankenversicherungen

Es gibt zum einen die Vollversicherung. Diese sichert die gesamten Krankheitskosten ab. Dies gilt mindestens für eine ambulante und stationäre Behandlung. Die zweite Art der privaten Krankenversicherung ist die Teilversicherung. Diese denkt wie der Name schon andeutet einen Anteil der anfallenden Krankheitskosten ab. Diese Art der Versicherungsvariante wird besonders von Beamten genutzt, welche einen Anspruch auf Beihilfe von ihrem Arbeitgeber garantiert bekommen haben. Die dritte Variante ist die Zusatzversicherung. Diese ist lediglich für eventuelle, zusätzlich auftretende Kosten verantwortlich. Ein Beispiel ist hier die Auslandskrankenversicherung, das Krankenhaustagesgeld oder das Krankentagegeld.

Bei der Auswahl der Annahme des Antrages auf eine private Krankenversicherung überprüft das Versicherungsunternehmen das Profil des Antragsstellers. Es werden hier Fakten wie das Geschlecht, das Alter, der Gesundheitszustand, das Einkommen, der Beruf und weitere Werte als Basis verwendet. Im Falle einer bereits vorhandenen Krankheit oder dem potenzial auf eine bestimmte Krankheit, schlägt das Versicherungsunternehmen bestimmte Leistungszuschüsse ab bzw. erhebt einen Risikozuschlag. Allein der Basistarif ist von dieser Rechnung ausgenommen. Des weiteren können sich nur Kunden bewerben, welche von der gesetzlichen Krankenversicherung ausgenommen sind. Dies gilt für Arbeitnehmer, deren Gehalt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt.

Arten der potenziell privat versicherbaren Personen

Auch Beamte, Selbstständige und Freiberufler sind hier eingebunden. Auch Studenten müssen sich nicht zwangsläufig über die gesetzliche Krankenversicherung absichern. Zwar besteht hier eine gesetzliche Versicherungspflicht, diese kann allerdings zu Beginn des Studiums via Antrag entkräftet werden. Sehr viele private Krankenversicherungen bieten bis zu dem 30. Lebensjahr des Studenten, spezielle Studententarife an. Wer einen Beruf als Künstler oder Journalist ausübt, kann sich von der Künstlersozialkasse einen Zuschuss für die gesetzliche Krankenversicherung auszahlen lassen. Wer sich als Künstler von der Versicherungspflicht befreien möchte, steht vor den gleichen Richtlinien wie ein Arbeitnehmer. Der Zuschuss der Künstlersozialkasse gilt auch für eine private Krankenversicherung.

Wer jedoch gesetzlich versicher, ist, kann sich eine Zusatzversicherung zulegen, welche beispielsweise für einen Zahnersatz bürgt. Seit dem Jahr 2009 sind die privaten Krankenversicherungen dazu verpflichtet, in ihrem Sortiment einen so genanten Basistarif anzubieten. Dieser ist durch die Konditionen der gesetzlichen Krankenkassen begrenzt. Der Basistarif muss sich an den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren und darf in puncto Kosten maximal den Höchstsatz der gesetzlichen Krankenversicherung aufweisen. Dieses Gesetz gilt für die gesamte Branche der privaten Krankenversicherungen. Daher muss sich jedes Unternehmen daran halten.

Unterschiede zwischen der privaten Krankenversicherung und der gesetzlichen Krankenversicherung

Wer sich gesetzlich versichern lässt, hat damit auch die Versicherung der Familienangehörigen abgesichert. Diese tritt automatisch in Kraft, solange die Familienmitglieder kein eigenes Einkommen haben. Bei der privaten Krankenversicherung ist für jede weitere Person, welche in den Versicherungsvertrag mit aufgenommen wird, ein separater Beitrag fällig. Der Grundbetrag ist auch unterschiedlich hoch. Die Beitragshöhe für die gesetzliche Krankenversicherung berechnet sich durch einen prozentualen Wert des Einkommens. Es gibt eine fixe Beitragsgrenze.

Bei einer privaten Krankenversicherung wird der Anfangsbeitrag anhand verschiedener Werte berechnet. Je nachdem, wie positiv oder negativ diese Werte ausfallen, hebt oder senkt sich die Beitragssumme. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung sinkt der Beitrag ab dem Eintritt in da gesetzliche Rentengrenzalter. Dies kommt durch das in der Regel verringerte Einkommen. Bei der privaten Krankenversicherung steigen die Beiträge an, da mit dem Alter und eventuellen Krankheiten auch das Risiko steigt. Wer jedoch jung, alleinstehend und gesund ist, zahlt bei einer privaten Krankenversicherung zu Beginn einen geringeren Beitrag als der der gesetzlichen Krankenversicherung. Doch mit der Zeit steigt dieser Beitrag an. Dafür beinhaltet die gesetzliche Krankenversicherung viele Bereiche von Leistung nicht. Dies ist je nach Vertragspaket bei der privaten Krankenversicherung gewährleistet.