Aids, Krebs, Multiple Sklerose, Lungenerkrankungen sind nur einige Beispiele für schwere Krankheiten, die das Leben der Betroffenen zur Hölle machen und arg verkürzen können. Auch die Angehörigen müssen leiden, denn die Behandlungskosten werden meist nicht komplett von den Krankenkassen getragen. Eine schwere Erkrankung kann also nicht nur für die Gesundheit den Ruin bedeuten, sondern auch für die Finanzen. Damit Letzteres nicht soweit kommt, kann man eine sogenannte Dread-Disease-Versicherung abschließen. Ins Deutsche übersetzen kann man diesen Ausdruck am besten mit Schwere-Krankheiten-Vorsorge.

Ursprung und Nutzen der Versicherung

Die erste Dread-Disease-Versicherung wurde 1983 in Südafrika entwickelt und fand bisher vor allem im angloamerikanischen Raum großen Anklang. Seit den Neunzigern wird diese Art von Versicherung auch in Deutschland von einigen Versicherern angeboten. Die Schwere-Krankheiten Versicherung stellt eine Alternative zu der Berufsunfähigkeitsrente dar. Wie der Name schon aussagt, werden durch die Versicherung schwere Erkrankungen gedeckt, darunter Krebs, Aids, Parkinsons, Multiple-Sklerose, Arthritis, Lungen- und Lebererkrankungen, etc. Auch Vorkommnisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall werden durch die Versicherung gedeckt. Je nach Versicherungsgesellschaft und Konditionen werden auch die Folgekosten von schweren Unfällen übernommen.

Beitragshöhe und Zusatzleistungen

Die Höhe des Beitrages bei einer Schwere-Krankheiten-Versicherung resultiert wie bei anderen Versicherungsverträgen auch aus diversen Faktoren. Kriterien sind zum Beispiel das Geschlecht der zu versichernden Person, das Alter, Vorerkrankungen, die Laufzeit und natürlich die Versicherungssumme. Versicherer können den Antrag auch ablehnen, wenn zum Beispiel Vorerkrankungen vorliegen. Es ist auch möglich, dass in einigen Fällen Zuschläge erhoben werden. Einige Anbieter von Dread-Disease-Versicherungen haben Zusatzleistungen im Angebot. So kann man die Versicherung gegen einen höheren Beitrag auf Todesfallschutz, Erwerbsunfähigkeitsschutz, Pflegeschutz oder auch Berufsunfähigkeitsschutz ausweiten.

So kann man sich eine Versicherung zusammenstellen, die den individuellen Anforderungen entspricht und mit möglichen anderen Versicherungsverträgen harmoniert. Die Tarifmerkmale der Schwere-Krankheiten-Versicherung sind der von Lebens- und Krankenversicherungen ähnlich. Die Dread-Disease-Versicherung ist nicht nur für Privatpersonen interessant, sondern auch für die betriebliche Anwendung. Mit der sogenannten Schlüsselkraftversicherung können sich Betriebe für den Fall absichern, dass Spezialisten und Führungskräfte ausfallen. Der durch den Ausfall resultierende Verlust wird durch die Versicherung ausgeglichen. Bei der Schlüsselkraftversicherung ist das Unternehmen der Versicherungsnehmer und die Führungskraft oder der Spezialist die versicherte Person. Die Versicherungssumme fließt direkt an den Versicherungsnehmer, also an das Unternehmen.

Besonderheiten der Dread-Disease-Versicherung

Kommt es zum Versicherungsfall, unterscheidet sich die Dread-Disease-Versicherung von Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen. Bei diesen wird eine monatliche Rente ausgezahlt, bei der Schwere-Krankheiten-Versicherung wird die Versicherungssumme hingegen einmalig ausgezahlt, nachdem die Diagnose gestellt wurde. Die Versicherung ist in Deutschland gegebenenfalls steuerlich absetzbar, wenn die Höchstbeiträge nicht bereits ausgeschöpft sind. Auf die ausgezahlte Versicherungssumme werden bei Privatpersonen keine Steuern erhoben, nur bei betrieblicher Anwendung der Versicherung müssen Steuern an den Fiskus abgeführt werden, da die Versicherungssumme als betriebliches Einkommen zählt. Unternehmen können die Versicherungsbeiträge als betriebliche Ausgaben von der Steuer absetzen.

Vorteile der Dread-Disease-Versicherung

Die Dread-Disease-Versicherung ist eine empfehlenswerte Alternative zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Versicherungsfall bei der Berufsunfähigkeitsversicherung tritt erst ein, wenn tatsächlich der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Dies geschieht sehr oft als Folge einer schweren Erkrankung. Die Versicherung zahlt die Versicherung in Form einer monatlichen Rente aus. Bei der Schwere-Krankheiten-Versicherung hingegen wird die Versicherungssumme als kompletter Betrag auf das Konto des Versicherungsnehmers überwiesen. Dafür muss nur eine Diagnose mit entsprechenden Krankheitsbild, oder ein anderes vereinbartes Versicherungskriterium vorliegen. Die Versicherung hilft, die finanziellen Folgen einer schweren Krankheit aufzufangen.

Versorgungslücken entstehen durch die sofortige Einmalzahlung keine. Durch den optionalen Todesfallschutz wird den Angehörigen finanziell sofort geholfen, so können die Beerdigungskosten mit der Versicherungssumme gedeckt werden. Unternehmen sichern durch eine Dread-Disease-Versicherung ihre finanzielle Handlungsfähigkeit. Sollte eine Führungskraft, ein Spezialist, oder Geschäftspartner krankheitsbedingt oder durch einen Unfall ausfallen, spring die Versicherung ein und gleicht die entstehenden finanziellen Verluste aus.