Hebammen in Not


Hebammen in Not
Die Haftpflichtversicherung bzw. die Berufshaftpflichtversicherung für die Hebammen ist seit Jahren schon mit steigenden Beiträgen eine große Belastung für den Berufsstand der Hebamme.

Nun aber soll es noch dicker kommen, denn bald soll diese Versicherung ganz gestrichen werden. Das heißt, dass eine freiberufliche Hebamme keine Versicherung mehr findet, was einem Berufsverbot gleichkommt.

Damit sind das Recht der Frauen auf die freie Entscheidung für eine Hausgeburt und die Wahl einer Hebamme auf das Größte gefährdet. Gerade in den ländlichen Gebieten, in denen die Hebammen sehr gebraucht werden, würde eine große Versorgungslücke gerissen werden. Die freie Wahl des Geburtsortes wäre so für viele werdende Eltern und ihr Kind eingeschränkt.

Hohe unabsehbare Kosten



Die Hebammen können die immer höher steigenden Kosten in ihrem Beruf nicht mehr decken und müssten ihren Beruf, der ja fast immer eine Berufung ist, an den Nagel hängen. Mit dieser Entscheidung bricht der Versicherungsmarkt für Hebammen zusammen. Bis jetzt hatten Hebammen die Möglichkeit sich über die Nürnberger Versicherung mit einer Berufshaftpflichtversicherung abzusichern. Nun hatte die Nürnberger angekündigt sich aus diesem Geschäftsbereich zurückzuziehen und hat damit die letzte Chance sich als Hebamme zu versichern vom Markt gefegt.

In Einzelfällen muss eine Versicherung bis zu 10 Millionen Schadensersatz zahlen, wenn es zu einem Versicherungsfall für eine Hebamme kommt. Das allgemeine Interesse der Versicherungen an den Hebammen ist damit sehr gering. Nach einer Ausschreibung im Jahre 2013 waren 98 Prozent der Versicherungen in Europa nicht an einer Versicherungsausschreibung für Hebammen interessiert. Bisher gab es dann noch die letzte Möglichkeit in Deutschland sich als Hebamme bei der Nürnberger Versicherung versichern zu lassen. Die Allianz hatte auch noch Einzelpolicen für Hebammen im Angebot, was sich aber als sehr teuer herausstellte.

Gründe der Versicherer



Die Hauptgründe auf Seiten der Versicherer waren die hohen Kosten bei Geburtsschäden infolge von Behandlungsfehlern in den letzten Jahren, die bei den Versicherungen hohe Kosten verursachten. Für einen Versicherer ist es so immer schwieriger geworden, eine Versicherung zu vernünftigen Preisen anzubieten. Die Schäden sind zwar nicht häufiger als früher zu verzeichnen aber immer kostenintensiver geworden in der heutigen Zeit. Hier geht es um Steigerungen bei 80 Prozent, was natürlich aufhorchen lässt.

Klage bei Geburtsschäden



Bei Schwergeschädigten nach einer Geburt ist dank moderner Medizin die Lebenserwartung sehr hoch geworden, was für den Versicherer steigende Ausgaben für Pflege und Therapiekosten verursachte, so argumentieren die Versicherer. Auch Klageschriften der Eltern werden heute immer öfter eingereicht als früher, die dann Schmerzensgelder bei den Gerichten geltend machen. So sind die Versicherer im Zugzwang für eine weitreichende Entscheidung, die einen ganzen Berufsstand in große Not bringen lässt. Die Frage ist nun, was die vielen Eltern ohne Hebammen machen und welche dramatischen Folgen daraus erwachsen könnten.

<< voriger Beitrag   |   nächster Beitrag >>

Diese Beiträge könnten Sie ebenfalls interessieren

Diesen Artikel jetzt bewerten!
Bitte nehmen Sie sich kurz Zeit und bewerten diesen Artikel über "Hebammen in Not"


Bewertung: 3.7/5 (10 Bewertungen)

Expertenrat zu Versicherungsfragen:

Hier haben Sie die Möglichkeit eine Frage an unser Expertenteam zu richten. Es handelt sich hierbei um eine 100% kostenfreie und unverbindliche Anfrage.

Wir garantieren Ihnen, dass wir in 95% aller Fälle eine Optimierung Ihrer derzeitigen Versicherungs- und Finanzierungssituation erreichen können.

Sie bekommen in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

Vorname, Nachname:*
Telefon/Handy: --> Rückruf erwünscht!
Email:*
Frage:*
Land:*
Sicherheitsabfrage:*captcha-->
Beiträge suchen:


Banner 160x600